Franken bezeichnet heute eine Region im mittleren Deutschland, die sich größtenteils über das nördliche Bayern erstreckt.
Franken ist eine der am dünnsten besiedelten Gegenden Westdeutschlands; wegen der lieblichen Landschaft sowie seiner in vielen historischen Gebäuden präsenten langen Geschichte und Kultur und gleichzeitig vergleichsweise wenig industrieller Ansiedlungen gilt Franken vor allem aber als romantisch. Schließlich gilt es wegen des Frankenweins und der reichen Biertradition auch als genußfreudig, so dass es ein beliebtes Touristenziel in Deutschland ist. Einige der touristischen Highlights im Westen Frankens werden durch die Romantische Straße verbunden, die bekannteste deutsche Themenstraße.
Im Allgemeinen umfasst Franken die bayerischen Regierungsbezirke Unterfranken, Oberfranken und Mittelfranken sowie in Baden-Württemberg die Region Heilbronn-Franken und den Ostteil des Neckar-Odenwald-Kreises.
Im alten "Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation" gab es ab dem Jahr 1500 den Fränkischen Reichskreis, in dem die meisten fränkischen Gebiete zu einer territorialen Einheit zusammengefügt waren. Dieser hatte bis zur sogenannten "napoleonischen Flurbereinigung" im Jahre 1806 Bestand. Heute stellt Franken keine einheitliche politisch-administrative Einheit mehr dar, so dass die genaue Grenzziehung umstritten ist. Franken wird daher heute nicht mehr administrativ definiert, sondern durch gemeinsame bzw. eng verbundene Kultur und Geschichte (z.B. erkennbar durch die charakteristische Form der fränkischen Dorfkirchtürme), die Selbst-Bezeichnung der Bewohner als Franken und sehr oft durch den auf dem Gebiet gesprochenen gemeinsamen fränkischen Dialekt.
Viele Gebietskörperschaften in Franken demonstrieren ihre Zugehörigkeit zu Franken durch die Aufnahme des Fränkischen Rechens in Wappen, Fahne oder Siegel.
Bis 2003 gab es in Baden-Württemberg eine "Region Franken", die durch die Novellierung des Landesplanungsgesetzes jedoch zum 20. Mai 2003 in "Region Heilbronn-Franken" umbenannt wurde. Manchmal wird auch der Landkreis Eichstätt, der verwaltungstechnisch zu Oberbayern gehört, zu Franken gezählt.
Franken war eines der fünf Stammesherzogtümer im Ostfrankenreich. Das heutige Franken umfasst nur den östlichen Teil des ostfränkischen Herzogtums Franken. Bis zum 10. Jahrhundert bestand Franken auch aus Rheinfranken (umfasst das heutige Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordbaden) sowie aus Teilen Thüringens südlich des Rennsteigs mit den heutigen Landkreisen Sonneberg, Hildburghausen und Schmalkalden-Meiningen.
Im Frühmittelalter bis ins 6. Jahrhundert lag die ostfränkische Region im Spannungsfeld zwischen Thüringern und Schwaben. Im 7. Jahrhundert wurde sie zunächst nur lose als östliche Mark dem Fränkischen Reich angegeliedert. Im Ostfrankenreich entstand ab Mitte des 9. Jahrhunderts das Stammesherzogtum Franken. Bis zur Wahl des Sachsenherzogs Heinrich war es dann zum Stammland und Machtzentrum der ostfränkischen bzw. deutschen Könige geworden. So fanden in der fränkischen Pfalz Forchheim die Königswahlen statt: 900 (Ludwig das Kind), 911 (Konrad I.), 919 (Gegenkönig Arnulf von Bayern) und letztmalig 1077 (Gegenkönig Rudolf von Rheinfelden).
Franken war im späten Mittelalter und in der Neuzeit besonders stark von der Kleinstaaterei in Deutschland betroffen. Völlig unterschiedliche Herrschaftsformen drängten sich eng aneinander. So waren Nürnberg und Schweinfurt freie Reichsstädte, während die Gegenden um Würzburg und Bamberg als religiöse Fürstbistümer regiert wurden. Teilweise hatte schon der Nachbarort einen anderen Grafen mit seinem eigenen, kleinen Herrschaftsgebiet. Dazu waren die Gebiete noch in katholische und protestantische Gegenden geteilt. Diese Zersplitterung machte es den deutschen Mittelmächten und Nachbarn Frankens am Anfang des 19. Jahrhunderts leicht, sich Stücke der Region einzuverleiben. So erhielt Bayern, das vorher weder historisch noch politisch mit Franken verbunden gewesen war, den Löwenanteil der Region, beispielsweise das Gebiet des Fürstbistums Würzburg im Tausch gegen das Großherzogtum Toskana.
Nur während der Nazi-Diktatur erhielten Teile Frankens mit den Reichsgauen Mainfranken und Franken die administrative Eigenständigkeit. Oberfranken bildete dagegen mit Teilen Niederbayerns und der Oberpfalz die Bayerische Ostmark.
In den 80er Jahren wurde von vielen Bewohnern Frankens eine Loslösung von Bayern als eigenes Bundesland gefordert, die sich unter anderem in der Organisation "Fränkischer Bundschuh" bzw. heute Fränkischer Bund (http://www.fraenkischer-bund.de) organisierten.